Manch Geschichtslehrer hat sich bei der thematischen Annäherung an das so genannte „Wendejahr“ 1989 sicherlich schon einmal dabei ertappt, die Schülerinnen und Schüler zu fragen, welche Erinnerungen sie mit dieser Zeit noch verbinden. Verwunderte Blicke lassen aber keinen Zweifel daran, dass mittlerweile eine Generation ein zweigeteiltes Deutschland gar nicht mehr erlebt hat. Umso schwieriger ist es, ansatzweise zu verdeutlichen, welch ideologischer, militärischer und logistischer Aufwand betrieben wurde, die jeweils andere Seite des Eisernen Vorhanges von der Richtigkeit der eigenen Weltanschauung zu zwingen.

(Obwohl vorhanden kein Popcornkino: Der Spielfilm „Ballon“ überzeugte die Schülerinnen und Schüler der 8d. Hintergründe und Zusammenhänge wurden im Unterricht vor- und nachbereitet.)

 

Dass dieser Konflikt unter Geiselhaft von Millionen Menschen stattfand, der sich insbesondere die Ostdeutschen nicht haben entziehen können, wird mitunter durch einen fatalen ostalgischen Blick auf Trabi, MokkaFix und Spreewaldgurke vergessen oder gezielt verdrängt. Die Penetranz des Staates, nicht nur alle Lebensabschnitte der Bürger zu überwachen, sondern auch über Lebensentwürfe und -chancen zu entscheiden, machte das Leben in dieser Diktatur für viele unerträglich.

Dass das Einlassen auf einen anspruchsvollen, gut recherchierten und insbesondere nicht verklärenden Spielfilm den klassischen (Geschichts-)unterricht unterstützen kann und sensibel für die wechselvolle deutsche Geschichte macht, hat die Klasse 8d mit ihrer Klassenlehrerin Frau Mucha und ihrem Geschichtslehrer Herrn Hanfland beim Kinobesuch in Unna erleben können. Der Film „Ballon“ von Regisseur Michael Herbig gibt Einblicke in das Leben zweier Familien, deren Alltag vom SED-Staat dominiert wird. Das Ablegen der Jugendweihe, die Mitgliedschaft bei den Jungen Pionieren, die allgegenwärtige Indoktrination von der Unbesiegbarkeit des Sozialismus` aber vor allem die Ungewissheit, bei Nachbarn und selbst Freunden den Stasi-Spitzel nicht zu erkennen, ließ bei den Familien den Entschluss reifen, das Leben in der DDR aufzugeben. Die erst beim zweiten Versuch geglückte Flucht in die BRD mit einem selbstgebauten Heißluftballon ist nur ein Zeugnis davon, was Menschen bereit sind zu riskieren, um in einem Land unter den Bedingungen zu leben, die für uns heute selbstverständlich erscheinen. Somit ist dieser Film auch ein Plädoyer für das Eintreten von demokratischer Kultur und eine Absage an jegliche Versuche, Allmachtansprüche anzuerkennen.

Zusätzliche Informationen

  • 26.06.2019 19:30

    Schulkonferenz

  • 28.06 & 30.06.2019 19:30

    Theateraufführung des Literaturkurses Q1

  • 05.07.2019

    Entlassungsfeier der Abiturientia

  • 09.07.2019

    Bundesjugendspiele Kl. 5-9 (Buchgeisterstadion)

  • 10.07.2019 18:00 Uhr

    Chor-Konzert (Norbertkirche)