Sie wollte nicht noch einen weiteren Winter von Warstein nach Werl mehr über den Berg fahren, nein. Walburga Kruse wollte lieber in den Ruhestand gehen. Also wurde sie zum letzten Oktobertag 2018 von Kollegium und Schulleitung mit herzlichen Wünschen für einen angeregten, aber nicht zu aufgeregten Ruhestand verabschiedet. 

 Eine echte Sauerländerin hat hier über ein Dutzend Jahre am MG gewirkt, erinnerte Schulleiter Prünte in seiner launigen Abschiedsrede. „Wenn Frau Kruse wegen Unpässlichkeit eine Konferenz nicht durchsteht, dann heißt das: ,Mir ist kodderich´.  In Sauerländer Alltagssprache sagt man nicht:  ,Mann, regnet das!´, sondern: ,Kerr, is datt am plästern!´ Und man sagt nicht ,ich kündige´, sondern ,ich schmeiß die Brocken hin´.  Das hat Frau Kruse denn getan, will man es mal rustikal-sauerländisch formulieren.
 
12 Jahre unterrichtete sie an Werls größter Schule. Ihren Fächern  Deutsch und Erdkunde gesellten sich bald zwei weitere hinzu: Katholische Religionslehre (für die sie die Fakultas erwarb) und Latein, für das sie ein Sprintstudium absolvierte. Für Walburga Kruse selbst, die vor ihrer Zuweisung ans MG einige Jahre als Erzieherin bei den Ursulinen in Werl arbeitete, war das eine sehr anstrengende, gleichwohl sehr bereichernde Zeit, wie sie rückblickend betonte.
 
Der Lohn der Mühe war ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis nach erfolgreicher Qualifizierung. „Sie, liebe Frau Kruse, haben sich trotz der Belastung einer 3/4-Stelle dieser Herausforderung mit Fleiß, Mut und zähem Durchhaltevermögen gestellt“, unterstrich Michael Prünte. „Und ich darf Ihnen sagen, dass dieses Pensum und die Ansprüche der Kölner Professoren mit vielen Pflichtveranstaltungen in den Schulferien damals meine ganze Bewunderung verdienten. Außer der Studiendauer hat man Ihnen nichts geschenkt.“

Besonders dankte der Schulleiter Walburga Kruse für ihre warmherzige Fürsorge um jene Schülerinnen und Schüler, denen das Lernen nicht leicht fiel oder die durch ungünstige persönliche Verhältnisse am Lernen gehindert waren. „Ermutigende Worte förderten stets die Freude der Kinder am Lernen. Nun werfen Sie die Brocken hin, wie man im Sauerland sagt....“ Apropos Sauerland, dort sagt man zu Apfelkernen „Nürsel“: „Da muss ich doch den Satz Ihres Vaters zitieren, den jener in das Telefon sprach, als ich Sie eines Tages zuhause anrief: ,Nee, unsere Walburga, die könnse jetzt nicht sprechen, die sitzt im Apfelbaum.“ Als herzliches Schlusswort: „Tunse mal noch´n bisschen im Gatten rumkrosen, aber bitte nicht mehr in die Apfelbäume klettern!“

Zusätzliche Informationen

  • 26.06.2019 19:30

    Schulkonferenz

  • 28.06 & 30.06.2019 19:30

    Theateraufführung des Literaturkurses Q1

  • 05.07.2019

    Entlassungsfeier der Abiturientia

  • 09.07.2019

    Bundesjugendspiele Kl. 5-9 (Buchgeisterstadion)

  • 10.07.2019 19:00 Uhr

    Chor-Konzert (Norbertkirche)