Lieblingssportler, Selbstporträts mit Haustier, Selbstporträts ohne Haustier, 27 an der Zahl. Völlig unterschiedliche Motive, doch sie alle eint die Farbe – sie ist abwesend. Durchgehend Grau in Grau bieten sich diese 27 Kunstwerke ihren Betrachtern dar, und in ihren mannigfachen Grauschattierungen wirken sie doch keinesfalls monton, düster und deprimierend, sondern ergeben ganz im Gegenteil das Bild bunter Vielfalt, welche das Marien-Gymnasium auszeichnet.

Tonstufenbilder des Deutsch-Kunst-Differenzierungskurses schmücken seit Donnerstagnachmittag die Wände des Foyers und des angrenzenden Verwaltungsflures im MG. 27 Schülerinnen und Schüler haben sich zusammen mit ihrer Lehrerin Gina Nordmann auf ein künstlerisches Experiment eingelassen, das beim Herauskramen des persönlichen Lieblingsfotos anfing und sodann mehrere Wochen aufwändigen, akribischen künstlerischen Einsatz erforderte.

Schulleiter Michael Prünte schilderte den in lebhafter Zahl erschienenen Vernissagebesuchern, was diese Ausstellung in sich ausdrücken möchte. „Es sind Bilder, die umrisshaft menschliche Gesichter erkennen lassen, denen durch Abstufungen in Grautönen eine besondere Ausdrücklichkeit verliehen wird. Zunächst könnte man meinen, Grau in Grau - eintönig, monoton, düster. Aber nein! Die Abstufungen bringen eine Lebendigkeit, eine Vielfalt, eine Einzigartigkeit ins Spiel.“

Was, so fragte der MG-Leiter, „haben die Bilder mit unserer Schule, mit ihren Schöpfern, den Schülerinnen und  Schülern des Marien-Gymnasiums zu tun? Auch eine Schule muss eine gewisse Uniformität leben, deren Ordnungsrahmen einförmig, für alle gleich. Und dennoch lebt die Schule von den Abstufungen, den Nuancen in der Persönlichkeit.“

27 mehr oder weniger graue Bilder also, jedes ganz individuell und anders als das andere. Doch, sagte Prünte an die jungen Künstlerinnen und Künstler gewandt -  „durch die gleiche Technik, die ihr angewandt habt, wird eure Arbeit zugleich als eine Gemeinschaftsleistung deutlich: alles Tonstufenbilder!“ Tolle Tonstufenbilder, deren Werdegang die jungen Künstler ihren Ausstellungsbesuchern anschließend in Vier-Augen-Gesprächen individuell erklärten – wie es bei einer Vernissage üblich ist. Und eine Gemeinschaftsleistung war auch der Rahme dieser ungewöhnlichen Ausstellungseröffnung – vom Aufhängen der Bilder über das Erstellen der Plakate und Infoflyer bis zum verführerischen Kuchenbuffet. Das war im Übrigen nicht Grau in Grau, sondern wirklich kunterbunt: Es gab unter anderem Regenbogenkuchen.

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