Wilhelm Tell – das Idealbild eines freien Menschen.

Ist eine solche Aufführung überhaupt noch zeitgemäß? Können Jugendliche sich für ein klassisches Drama begeistern lassen? Verstehen sie es überhaupt?  „Ja!“ Das war zumindest die eindeutige Meinung der Deutschlehrerinnen, nachdem sie mit ihren Schülerinnen und Schülern die Aufführung des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund besucht hatten.

Das 1804 erschienene und in Weimar – unter der Regie von Johann Wolfgang von Goethe – uraufgeführte Blankvers-Drama war Friedrich Schillers letztes und lange Zeit erfolgreichstes Stück. Es spielt um 1300 in der Schweiz und behandelt den Freiheitskampf der Urkantone. Im Mittelpunkt steht der Freiheitskämpfer Wilhelm Tell, dem vor allen politischen Interessen das Wohl seiner Familie am Herzen liegt.

In der von der Regisseurin Johanna Weißert angepassten Inszenierung liegt das Augenmerk auf sechs Hauptfiguren. Statt der 47 Rollen des Originals spielen in Weißerts Fassung nur 6 Schauspieler, die Rollenwechsel passieren offen und mit klaren theatralen Zeichen. Und auch das eigens für die Aufführung gefertigte Bühnenbild – vier Theaterbaumstämme – fordert den Zuschauern eine Menge Einfühlungsvermögen, Phantasie und Konzentration ab. Zudem wird der Text zwar gekürzt, im Wortlaut aber originalgetreu wiedergegeben. 

Wie gut, dass sich alle Klassen im Vorfeld intensiv mit dem Stück beschäftigt hatten! So wurden in dem sich anschließenden Gespräch mit den Schauspielern auch eher allgemeine Fragen zum Beruf des Schauspielers und zur Technik gestellt als zu inhaltlichen Details. Die Organisatorinnen, Dagmar Kaltwasser und Gina Nordmann, waren auf jeden Fall zufrieden mit dem Ablauf, zumal bereits die Klasse 9b das Stück gesehen und positiv kommentiert hatte.  Klassische Literatur auf diesem Wege kennenzulernen scheint doch die angenehmere Alternative zu sein… 😊

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